Minority Report – Zukunft aus den 50ern

Minority Report – Zukunft aus den 50ern

Der Film Minority Report wurde unter anderem ein Kassenschlager, weil er eine utopistische Zukunft beschrieb, die vielen als durchaus real erschien. Was viele Zuschauer nicht wussten war, das der Film auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick beruht, die dieser bereits 1956 geschrieben hatte. Um den Film aber mit Zukunftsvisionen auszustatten, wie man sie sich im Drehjahr 2002 vorstellte, heuerte Regisseur Steven Spielberg Zukunftsforscher an, die einige im Film vorhandene Gegenstände futurisieren sollten. Eine zentrale Rolle spielen im Film Computer die mit Gesten gesteuert werden. Das ist heute zwar noch nicht massentauglich, Geräte wie die Kinect können das aber schon realisieren, und auch Nintendos Wii hatte solche Elemente eingebaut. Bei flexiblen Displays war wohl eher Wunschdenken der Auslöser. Immer wieder gibt es zwar Versuche, diese umzusetzen, aber noch sind wir weit davon entfernt einen Bildschirm in Form einer dünnen Folie zu haben, die wir einfach auf unseren Arm legen.

Seit Star Wars wünschen wir uns, dass wir mit Hologrammen reden können und auch im Minority Report wird diese Technik wieder eingebaut. Tatsächlich gibt es sie aber nicht. Bislang sind alle Hologramme entweder mit filmtechnischen Tricks oder mit aufwändigen Laserprojektionen und Nebel realisiert worden. Das bedeutet aber nicht, dass daran nicht geforscht wird. Mittels Virtual Reality und Augmented Reality versucht man über einen anderen Weg, das zu erreichen.

Was heute aber schon Realität ist, sind Kameras, die uns identifizieren können. Das können Handys wie das von Samsung oder Apple sein, oder Kameras in Firmen, die eine Zugangsberechtigung abfragen. Dass damit in Zukunft auch personifizierte Werbung ausgeliefert werden kann, ist technisch schon heute machbar.

Dass Roboter die Polizei unterstützen und Verbrecher jagen ist zwar noch nicht der Fall, aber es werden heute schon Drohnen zur Aufklärung und zu bewaffneten Einsätzen eingesetzt, Roboter zur Bombenentschärfung geschickt und selbstfahrende Autos gibt es auch schon. Firmen wie Boston Dynamics arbeiten fieberhaft an Robotern, die schnell und sicher laufen können. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis diese Prototypen so ausgreift sind dass sie von Sicherheitsbehörden eingesetzt werden. Bislang patrouillieren Roboter nur in Parks und Gebäuden.

Ein zentrales Thema des Films ist die Vorhersehbarkeit von Ereignissen, wie es die Precogs können. Heute sind wir schon sehr nahe daran, Wahrscheinlichkeiten sehr genau zu berechnen. Es bleiben aber immer noch Wahrscheinlichkeiten. Am besten sind derzeit die Wettercomputer die für die nächsten Tage das Wetter sehr exakt vorhersagen können. Letztlich kann das aber auch schon ein Schachcomputer, wenn auch limitiert auf eben das Spiel. Das Verhalten von Menschen in sozialen Netzwerken hat das Interesse von Wahlkämpfern geweckt, die damit Voraussagen auf das Wahlverhalten ableiten wollen – und sogar dann beeinflussen oder verändern wollen. Erste Erfolge damit hat es bereits in amerikanischen Wahlkämpfen gegeben.

In gewisser Weise hat Minority Report sehr wohl die Zukunft beschreiben können.

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